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You and I collide

Donnerstag, 03.Mai

Das Telefonat mit Angi hat mich jetzt der Wahrheit einen Schritt näher gebracht. Sie hat auch gemeint, dass es voll seltsam ist, dass der Kerl die Suche verhindern wollte. Außer der Hund um den es sich handelt, ist seiner. Das wäre zumindest eine logische Erklärung für sein Verhalten.

Am Abend hab ich mir Angis Wagen geliehen. (Okay ich habe keinen Führerschein, aber Harry isst zu dieser Zeit immer zu Abend und sieht sich Baseball im Fernsehen an)

 Sie hat gemeint, wenn ich mich in zwei Stunden nicht bei ihr melde ruft sie die Polizei. Obwohl ich mir nicht richtig vorstellen kann, wie ein Moppelchen Mr. Universum persönlich verhaftet. Trotzdem wollte ich die Sache endlich klären. Wenn er dafür verantwortlich war das Tobi Amok lief, würde er dafür bezahlen. Es ist eine Sache wenn ich meinen Bruder ärgere, aber eine ganz andere wenn so ein geistesgestörter Eremit mit Hang zur Zerstücklung seinen Killerhund auf meine Familie los lässt. Okay…ich gebe es zu…kann sein EVENTUELL… das ich mich da in was hineinsteigere. Doch zu dem Zeitpunkt hatte Logik so wie so keinen Zugang mehr zu meinem Kopf.

 Es dauerte fast eine Stunde bis ich das Haus am Ende des Waldweges endlich erreichte.

 

Das Haus sah anders aus als erwartet. Es war modern, hell und offen. Irgendwie hatte ich ein Spukschloss erwartet, aber das sah aus als wäre es einer Architekturzeitschrift entsprungen.

Dieses Gebäude passte ganz und gar nicht zu dem Miesepeter den ich gestern kennen gelernt hatte.

Als ich den Wagen parkte und über den Kiesweg auf die Haustüre zuging, kamen mir Zweifel. Vor meinem inneren Auge sah ich eine abgehackte Kinderhand, die auf seinem Wohnzimmerteppich lag…daneben ich mit aufgeschlitzter Kehle und der Hund der mich langsam auffraß.

Ich blieb stehen und wäre weg gelaufen, wenn der Kerl nicht die Türe aufgemacht hätte.

 Also wenn Blicke töten könnten, würde er locker als Massenvernichtungswaffe durchgehen. Kam das nur mir so vor oder sankt die Temperatur in dem Moment wirklich unter den Nullpunkt.

Er war alles andere als erfreut mich zu sehen. Zuerst wollte er mich nicht einmal hineinlassen.

Welcher normale Mensch ist so blöd, fährt zu einem potenziellen Massenmörder um ihn und seinen Hund zu beschuldigen? Ist doch ziemlich lebensmüde und krank, nicht? So nun stand ich da also, vor mir ein Berg aus Muskeln und Sehen, bereit mich bei dem kleinsten Fehltritt in der Luft zu zerreißen.

Welcher normale Mensch würde da keine Angst haben? Langsam hatte ich das Gefühl ich bin von normal schon sehr weit entfernt. „Ich muss mit ihnen reden. Es ist wichtig.“, ich versuchte mich so selbst sicher wie möglich anzuhören. „Du gehst jetzt besser.“ Er war stocksauer, wieder einmal. Hatte der Kerl vielleicht seine Tage oder so?

„Sind Sie zu allen Leuten so unfreundlich oder habe nur ich die Ehre?“, fauchte ich.

Er lächelte mich grimmig an, „Nein, ich bin zu jedem so.“ Entschlossen ihn zu rede zu stellen, stemmte ich meine Hände in die Hüfte und schlug den strengsten Ton an den ich drauf hatte.

 „Soll ich ihnen sagen was ich denke? Sie sind daran Schuld das mein Bruder Amok läuft.“ „Wie bitte?“, jedes Wort betonte er stark, als spräche er mit einem Kleinkind, das ihn nicht verstehen würde, spräche er zu schnell. „Der Killerhund gehört doch ihnen hab ich Recht?“ „Nein hast du nicht. Es ist besser du gehst jetzt…wirklich.“

 „Wieso sollte jemand der seit über 10 Jahren nicht im Dorf war gerade zu dem Zeitpunkt mit einem Gewehr dort auftauchen? Ist ein bisschen zu viel Zufall für meinen Geschmack. Wieso wollten Sie unbedingt die Suche abblasen, wenn sie doch mit ihnen nichts zu tun hat? Soll ich ihnen sagen was ich darüber denke…“

Die Antwort war klar und unmissverständlich. Seine Faust sauste mit einem lauten Knall auf seine Haustüre. Ich zuckte überrascht zusammen. Ich hatte es eindeutig zu weit getrieben. Der Kerl, und verdammt ich hatte immer noch nicht nach seinem Namen gefragt, war auf 180.

Er packte mich am Arm und begann mich in Richtung des Autos zu zerren. Ich schlug mit meiner anderen Hand auf seinen Oberarm ein, tat mir dabei aber anscheinend selber mehr weh als ihm.

 „Lassen Sie mich sofort los.“

 „Du…“, seine Stimme vibrierte vor Wut, „…hast überhaupt keine Ahnung was hier vor sich geht.“

„Dann erklären sie es mir.“ Er riss die Wagentüre auf.

„Du solltest dankbar sein, das ich dir das Leben gerettet habe.“

„Danke.“, zischte ich und wurde dann unsanft in das Wageninnere geschmissen.

„Wenn du nicht sofort nach Hause fährst rufe ich Harry…ist das klar. Lass dich hier…nie wieder blicken!“

Er knallte die Türe zu und ich fuhr nach Hause genau wie er es mir gesagt hatte. Dann brachte ich den Wagen zu Angi, der ich gleich Haarklein erzählte was passiert war. Sie meinte auch, dass der Kerl Dreck am Stecken hat, aber dass hier ohne Beweise gar nichts läuft.

Zu Hause erwartete mich das übliche Tobi-Amok-Chaos. Ich werde bald mal mit Mama sprechen müssen ob wir ihn nicht zu einem Psychiater schicken. Sein Verhalten wird einfach nicht besser.

Bei jedem Geräusch zuckt er zusammen. Er beginnt Tiere anzuknurren, wie ein Hund und jagt sogar den Spatzen in unseren Büschen hinterher.

Der Kerl war schuldig. Das war die einzige Überzeugung an der ich im Moment festhielt. Morgen würde ich zu Harry fahren und ihm sagen was ich dachte. Es war egal auch wenn mich bald alle für bescheuert hielten, ich konnte doch nicht einfach zusehen wie meine Familie wegen einem Hund den Bach hinunter ging.

Hoffentlich klärt sich morgen alles, damit ich mich am Wochenende erholen kann.

Wenn das morgen nicht klappt, weiß ich auch nicht mehr was ich machen soll.

 

3.5.07 21:15
 


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